Was ist de-armouring

De-armouring (Entpanzerung) ist eine körperorientierte Behandlungsmethode im Bereich der Trauma-Arbeit die den ganzen Organismus miteinbezieht.

 

Wir alle sind im Laufe unseres Lebens Stress, unangenehmen oder traumatisierenden Erlebnissen ausgesetzt. Auf solche Erlebnisse reagiert unser Körper mit Anspannung. Häufig verbleiben diese Spannungen nach einem solchen Erlebnis in unserem Körper bestehen und entwickeln sich zu Fehlhaltungen, Gewohnheiten und Mustern. Diese „Fracht“, die wir mit uns tragen, hindert uns daran in uns selbst frei zu sein, sowohl auf der emotional-seelischen Ebene wie auch auf der körperlichen Ebene.

 

Das Ziel einer De-armouring Session ist es, mit diesen in Körper und Geist verbliebenen Spannungen zu arbeiten, in einem sicheren und mit Liebe gehaltenen Raum, so dass sich diese Spannungen entladen können.
 

 

Was meine ich mit „in uns selbst frei zu sein“?

 

Auf der körperlichen Ebene ist dies einfach zu verstehen:

Wenn Schmerzen oder Verspannungen an bestimmten Orten im Körper immer wieder vorkommen und weder Massagen noch andere Methoden eine nachhaltige Linderung schaffen, kann De-armouring helfen Fehl- und Schonhaltungen abzulegen, Damit kann ein schmerzfreier und ausgeglichener Zustand geschaffen werden.

 

Auf der emotional-seelischen Ebene ist das etwas anspruchsvoller zu verstehen:

Angenommen ich gerate in eine Situation die mich triggert, das heisst die Situation macht mich wütend, traurig oder sie „verletzt“ mich anderweitig. Auf der Intellektuellen Ebene ist mir klar, wie ich angemessen auf die entsprechende Situation reagieren möchte. In der Situation selbst gelingt mir dies allerdings nicht und stattdessen reagiere ich aus einem alt bekannten zerstörerischen Muster. Solche ansatzweise obsessiven Verhaltensmuster deuten auf das Vorhandensein traumatischer Spannungen im entsprechenden Thema hin.

Da kann De-armouring helfen, die emotionale „Fracht“, die auf dem Thema liegt zu entladen. Dadurch verliert die entsprechende Situation ihr Potential mich zu triggern und erlaubt mir somit in der Situation ruhig zu bleiben und neue, gesündere Wege zu gehen.

 

Wo kann De-armouring helfen:

  • Bei chronischen oder wiederkehrenden Verspannungen

  • Abbauen von Emotionalen Blockaden oder ungesunden Mustern

  • Sexuellen Dysfuktionen

  • Heilen von emotionalen Wunden

  • Erfüllteres Sexualleben

  • Abbauen von Scham- und Schuldthemen

  • Sein persönliches Potential entfalten

  • Mehr Energie haben

  • Bei Problemen im zwischenmenschlichen Bereich

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten wie De-armouring aussehen kann:

  • Über Sprache, Töne, Atemarbeit, Körperübungen und andere Ausdrucksformen, hier findet keine Berührung des Klienten durch den Behandelnden statt.

  • Durch eine äusserliche Session, hier arbeitet der Behandelnde mit dem Körper des Klienten von aussen.

  • Durch  eine interne Session, der Behandelnde dringt mit seinen Fingern in den Körper des Klienten ein und arbeitet von innen (Rachen, Anus und Yoni (Vagina)).
    Für die interne Arbeit ist ein bestehendes Vertrauensverhältniss zwischen dem Klienten und dem Behandelnden unbedingt nötig. Normalerweise folgt die interne Arbeit mehreren äusserlichen Sessions, wenn der Klient das Bedürfnis nach einer internen Session äussert.

 

Jede De-armouring Session findet immer unter der vollen Kontrolle des Klienten statt. Der Behandelnde folgt den Bedürfnissen des Klienten und probiert diese möglichst zu erfüllen. Bei dieser Arbeit geht es um Self-empowerment des Klienten. Das bedeutet der Klient entscheidet, was bei der Session das Thema ist und mit welchen Tools er arbeiten will. Der Behandelnde bietet ihm dafür die entsprechenden Werkzeuge an.
Es wird vor der Session besprochen mit welchen Tools gearbeitet wird und mit welchen nicht etc.



Was bedeutet Trauma

 

Ich möchte hier noch ein bisschen näher auf die Definition vom Wort Trauma eingehen.

Es gibt zwei verschiedene Arten von traumatischen Erlebnissen:

 

Submissives Trauma:
«Ich habe etwas bekommen was ich nicht gebraucht hätte.»
Das kann ein Unfall oder Missbrauch usw. sein).


Omissives Trauma:
«Ich habe etwas nicht bekommen, was ich unbedingt gebraucht hätte.»

Diese Art von Trauma geht meist in die frühkindliche Entwicklung zurück und steht oft mit der emotionalen Unerreichbarkeit der Eltern in Verbindung, mit dem Fehlen von echter Liebe.

 

Im normalen Sprachgebrauch verbinden wir mit dem Wort Trauma oft nur die submissive Form, obwohl ein omissives Trauma vielfach viel tiefere Wunden in der Persönlichkeit hinterlässt.

Omissive Traumen äussern sich meist durch Probleme im zwischenmenschlichen Bereich und in negativen Glaubenssätzen oder Mustern (Ich bin nicht gut genug etc.)
 

Bei omissiven Traumen ist die Verbindung von De-armouring und Re-parenting eine sehr effektive Methode. Was kann ich mir darunter vorstellen? Der Behandelnde schafft einen sicheren Raum bedingungsloser elterlicher Liebe während der De-armouring Session, so ist es möglich die durch das Trauma entstandene Spannung durch Liebe zu ersetzen, was in der Regel zu einer grossen Entlastung des Themas führt.


 

 

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